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© Grigory_bruev, Envto Elements

Reine Kommunikation

Bellen ist eine Form der Kommunikation und gehört zur Sprache der Hunde. Sie drücken somit ihre Emotionen aus, um sich ihrem Partner oder Gegenüber mitzuteilen. Mit hohen Tönen äußern Hunde ihre Stimmungen wie Freude, Unsicherheit oder Angst. Tiefere Töne signalisieren Selbstsicherheit, eine Warnung oder Drohung. Wie viel ein Hund bellt, hängt von seiner „Bellfreudigkeit“ ab, welche durch Rasse, Umwelt, Partner und Situation beeinflusst wird. Bellfreudige Hunde, wie z.B. Terrier, Hütehunde, Hofhunde oder Schutzhunde, neigen dazu, sowohl bei bedrohlichen als auch bei freudigen Anlässen zu bellen. Bestimmte Rassen, wie z.B. der Golden Retriever, Labrador Retriever, Eurasier oder die deutsche Dogge, verfügen über eher eine geringere Erregbarkeit und bellen weniger. 

Die Auslöser für das Bellen können vielfältig sein. Die typischen Gründe für das Bellen sind:

  • Aufregung
  • Unsicherheit, Angst
  • Stress
  • Freude
  • Bewachen, Verteidigen
  • Warnen, Drohen
  • Frustration
  • Langeweile
  • Fordern von Aufmerksamkeit
  • Überforderung
  • Schmerzen
  • Spielaufforderung

Mit diesen Tipps kannst du das Bellen mindern

Das Bellen von Hunden wird in unserer Gesellschaft oft als unnötig, unerzogen und störend empfunden. Wenn man jedoch den Auslöser für die jeweilige Situation kennt, kann man unerwünschtes Bellen mit Geduld und Geschick unter Kontrolle bekommen. Gesundheitliche Probleme sollten vorher ausgeschlossen werden.

Tipp 1: Beschäftigung

Ein Hund der regelmäßig durch Bewegung und Spiel körperlich und geistig gefordert wird, ist ausgeglichener. Er wird sich weniger langweilen und mehr schlafen um wieder Kräfte zu sammeln. Gemeinsame Aktivitäten stärken zudem die Bindung und fördern die Gesundheit bei Mensch und Tier. Je mehr gemeinsame Zeit ihr mit Wandern, Suchspielen oder Trainingseinheiten verbringt, desto größer sind die Chancen, das unerwünschtes Bellen nachlassen wird.

Tipp 2: Hundekontakt

Hunde lernen von Hunden. Der positive Kontakt zu Artgenossen in Parks und Auslaufgebieten bietet Erfahrungen, die wir einem Hund als Mensch kaum bieten können. Neben der körperlichen Auslastung hat er die Möglichkeit, sich Verhaltensweisen abzuschauen, die in seinem eigenen Repertoir vielleicht noch nicht ausgeprägt sind. Der Freilauf und die kleinen Abenteuer stärken zudem das Selbstbewusstsein deines Hundes und machen ihn langfristig ein bisschen ausgeglichener und souveräner. Je nach Rasse empfehle ich besonders Stadthunden 1-2 Stunden Freilauf pro Tag.

Tipp 3: Ablenkung

Eine weitere Möglichkeit ist es, deinem Hund eine neue Handlung zuzuweisen um somit die Situation zu verändern. Eine Ortswechsel (in einen anderer Raum oder auf die andere Straßenseite), das Abrufen eines konditionierten Signals (Sitz, Platz o.ä.) kann schon helfen. Wenn du kreativ und bist, versuche etwas zu machen, was dein Hund von dir noch nicht kennt. Ein Kopfstand oder eine rolle Vorwärts bringen ihn bestimmt zum staunen. Sobald dein Hund das Bellen unterbricht, lobe ihn dafür!

Tipp 4: Ruhe ausstrahlen

Nicht selten befindet sich der Hundehalter selbst in einer erhöhten Erregungslage. In diesem Fall wird sich der Erregbarkeitslevel des Hundes durch den Menschen nicht herunterregeln lassen. Bevor du also auf deinen Hund Einfluss nehmen möchtest, prüfe dich selbst, ob du in einer gelassenen und selbstsicheren Haltung verweilst. Nur so kannst du auf authentische Weise deinem Hund Ruhe vermitteln, damit auch er sich entspannen kann.