Ziemlich beste Freunde

© Robert Rößler

Hallo Forrest!

Es war 2012, als ein kleiner Welpe mit nur etwa zehn Wochen auf einem Hinterhof in Polen gerettet wurde. Man brachte ihn nach Deutschland auf einen Hof in der Nähe Berlins. Angekommen zwischen einigen anderen, deutlich größeren Hunden und Pferden, wirkte er etwas verloren. Doch er sollte nicht lange dort bleiben. Die Hofbesitzerin übergab ihn meiner damaligen Partnerin mit den Worten: „Er ist noch viel zu klein für diesen Ort. Nimm ihn gern für eine Weile mit.“

Ohne größere Überlegungen stiegen beide ins Auto und fuhren über die Landstraße in Richtung Stadt. Er lag auf ihrem Schoß und schlief. Seinen Namen trug er bereits.

Es war früher Abend und ich saß zu Hause am Schreibtisch, als sich die Wohnungstür öffnete. „Das ist Forrest!“, sagte sie. Vermutlich hatte ich ein Fragezeichen über dem Kopf, bis drei Sekunden später ein kleines Wesen um die Ecke in mein Zimmer getappst kam. Etwas wackelig auf den Beinen schaffte es der Kleine zu mir und leckte an meiner Hand. Ich war entzückt. Kater und Katze schauten entgeistert – damit hatten sie wohl heute nicht mehr gerechnet. Ich auch nicht.

Der kleine Mann bekam an diesem Abend noch etwas Ziegenmilch und schlief dann auf einer Decke ein. Er musste Kraft tanken, denn sein Leben hatte gerade erst begonnen.

Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Doch ehrlich gesagt hatte ich nie ernsthaft darüber nachgedacht, mir selbst einen anzuschaffen. Nun war er da. Und irgendwie war sofort klar: Kein Problem, du kannst gerne bleiben.

Ein treuer Begleiter

Forrest begleitet mich nun seit über zehn Jahren. In dieser Zeit ist er viel herumgekommen. Wir haben unzählige Wälder erkundet, er war regelmäßig auf dem Pferdehof zu Besuch und hat dort Hundefreundschaften geknüpft, wir waren im Meer baden und haben gemeinsam Länder bereist. All diese Erlebnisse haben uns zu einem echten Team werden lassen.

Forrest fragt nicht, wohin es geht. Er ist einfach dabei. Und so haben wir zusammen die unterschiedlichsten Lebensphasen durchlebt. Wahrscheinlich kennt mich niemand so gut wie er. Ich kann ihm nichts vormachen. Er hilft mir, ich selbst zu sein. Damit hat er einen großen Anteil daran, dass sich mein Leben zum Positiven verändert hat. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Die Entstehung von Nasse Nasen

Forrest war nicht nur mein Begleiter, sondern auch die Motivation und treibende Kraft, meine eigene Hundeschule zu gründen. Durch ihn habe ich gelernt, genauer hinzusehen, zuzuhören und Hunde nicht nur zu trainieren, sondern wirklich zu verstehen. Viele der Werte, für die meine Arbeit heute steht, sind aus unserer gemeinsamen Geschichte entstanden.

Aus diesem Grund trägt auch das Logo meiner Hundeschule seine Silhouette. Sie erinnert mich jeden Tag daran, wo alles begonnen hat – mit einem kleinen, geretteten Welpen, der mehr verändert hat, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Kleine Zeitreise

Wer neugierig ist und Forrest als Welpen sehen möchte, darf sich gerne das folgende Video ansehen. Es ist ein kleiner Zusammenschnitt aus seinen ersten Lebensmonaten. Viel Spaß damit!